"Fühlst du nicht an meinen Liedern, daß ich Eins und doppelt bin?"

 

So schrieb einst Goethe seiner letzten großen Frankfurter Liebe, der jungen Marianne Willemer, in dem berühmten Gedicht "Ginkgo biloba", das er in Erinnerung an gemeinsame Gespräche über diesen schönen Baum verfaßte.

Gedichte, die er und Marianne - alias "Hatem" und "Suleika"  -  einander schrieben, füllen die Seiten des "West-östlichen Divan", den Goethe später herausgab. Daß einige der schönsten Gedichte darin von Marianne stammten, hat sie zu ihren Lebzeiten immer als großes Geheimnis bewahrt. Dieses vertraute sie nur einem an: ihrem jungen Bekannten Herman Grimm, dem Schwiegersohn Bettine Brentanos. Hätte er das Gehemnis nach Mariannes Tod nicht publik gemacht, hätten wir wohl nie davon erfahren.

Nachdem ich im Freien Deutschen Hochstift die Marianne bei der schönen Ausstellung "Goethe und Marianne im Spiegel des Westöstlichen Divan" spielen durfte, ist mir diese Rolle ans Herz gewachsen. Im romantischen Brentanopark in Rödelheim können Sie mich als Marianne von Willemer wieder treffen - bei einem lyrisch-botanischen Stelldichein mit Rundgang durch den Park (Treffpunkt: Petri-Haus unterm Ginkgo, 15 h am So, dem 30. 4. 2017 und am So, dem 25. 6. 2017)). Auch am Tag des offenen Denkmals (So, 10. 9. 2017) werde ich Sie am Nachmittag bei zwei Führungen um 16 h und um 17 h wieder als Marianne durch den Park begleiten.

 

Nachlese:

Im Herbst 2014 veranstaltete das Freie Deutsche Hochstift eine Ausstellung zum Thema "Goethe und Marianne" im Spiegel des"Westöstlichen Divan". Dort spielte ich als Marianne Theater in der Ausstellung und durfte Sie mit deren Erinnerungen bezaubern.

Mariannes Leben und Lieben war kein einfaches - und doch haderte sie nicht mit ihrem Schicksal. Als Vierzehnjährige begeisterte sie auf der Frankfurter Bühne die Zuschauer mit ihrem Gesang und Spiel. Als Sechzehnjährige wurde sie von dem betuchten Bankier Jakob Willemer quasi "adoptiert" - nicht lange danach war sie seine Geliebte, die die nächsten Jahre an seiner Seite in "wilder Ehe" verlebte. Endlich heiratete er sie doch - in dem Jahr, in dem Marianne Goethe kennenlernen sollte. Von den verwickelten Familienverhältnissen in Willemers Hause, von Mariannes Herzlichkeit ihren Stiefkindern und deren Kindern gegenüber (sie selbst blieb kinderlos, war aber so sehr Familienmittelpunkt, daß sie im Alter überall nur "das Großmütterchen" hieß) und vor allem von ihrer Beziehung zu Goethe und den wunderbaren Texten, die aus ihr hervorgingen, wird sie Ihnen berichten.

 Konzept und Ausführung: K. Schaaf

 

 

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